Veranstaltung 17. März im Sprechsaal, 20026

Quelle / Übernommen von NDS Gesprächskreis Berlin: https://www.nachdenken-in-berlin.de/

Veranstaltung

Zwei-plus-Vier-Vertrag und drum herum
Der 2+4-Vertrag ist die Rechtsgrundlage für die Wiedervereinigung Deutschlands. Er legt fest, dass ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger in Ostdeutschland „weder stationiert noch dorthin verlegt“ werden dürfen. Dies und das Versprechen, dass es keine NATO-Osterweiterung geben würde, waren die Voraussetzungen für die Zustimmung der Sowjetunion zur Wiedervereinigung.
 

Seither wurde die NATO um viele osteuropäische Staaten erweitert, Russlands Sicherheitsinteressen wurden völlig ignoriert. Deutschland verstößt gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem 2-4-Vertrag. Der Versuch der USA, die Ukraine in die NATO zu integrieren, provozierte einen Krieg in der Ukraine, in dem die Ukraine als Stellvertreter der NATO fungiert. Es droht die Eskalation zu einem direkten  Krieg zwischen der NATO und Russland in Mitteleuropa.
 

Freundschaftliche Beziehungen zu allen Nachbarstaaten, auch zu Russland, liegen im Interesse der deutschen Bevölkerung. Der Wunsch nach guten Beziehungen zu Russland ist bei den Menschen in Ostdeutschland viel stärker ausgeprägt als in Westdeutschland. Der 2+4-Vertrag eröffnet der Bevölkerung in Ostdeutschland und den ostdeutschen Landesregierungen Chancen, in Deutschland eine an Frieden, Entspannung und Kooperation orientierte Außenpolitik auf den Weg zu bringen.
 

Joachim Wernicke

Joachim Wernicke, Jahrgang 1940, aufgewachsen in West-Berlin, ist Professor (i.R.), zuletzt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er studierte Experimentalphysik an der Technischen Universität (TU) Berlin, wo er 1969 im Bereich Luft- und Raumfahrt promovierte und 1971 habilitierte. Nach einer Tätigkeit in einem informationstechnischen Forschungsinstitut bei Bonn und freiberuflichen elektronischen Entwicklungsarbeiten war er 42 Jahre als Entwickler bei einer süddeutschen mittelständischen Industriefirma tätig, die Produkte für die Bundeswehr entwickelte und fertigte, zuletzt leichte Aufklärungsdrohnen. In den 1980er Jahren wirkte er in der Friedensbewegung mit, im Widerstand gegen die Stationierung atomarer Pershing-II-Raketen der USA in der BRD. 1983/84 war er für die damals neu in den Bundestag eingezogene Partei Die Grünen Mitverfasser einer Reihe parlamentarischer Anfragen zur Sicherheitspolitik. Seit der Zuspitzung der Entwicklung um die NATO-Osterweiterung der USA ab 2000 ist er erneut in der Friedensbewegung tätig, mit dem Schwerpunkt der Art und Weise der deutschen Vereinigung und ihrer Folgen. 

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